BM Karsten Fischkal, Ute Häußer, Hans Henninger, Beate Drückler, Nadja Dölfel, Martina Jakolis, Wolfgang Brömmel, Armin Kroder, Walter Schnell und Marco Meier (v.l.)
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25.10.2025
Bezirksfraktion besucht Barmherzige Brüder in Gremsdorf

Informationsaustausch über Arbeit und Herausforderungen der Behindertenhilfe-Einrichtung

MITTELFRANKEN / ANSBACH / GREMSDORF. Die Bezirkstagsfraktion der Freien Wähler in Mittelfranken - Armin Kroder, Walter Schnell, Hans Henninger und Marco Meier - besuchte die Barmherzigen Brüder Behindertenhilfe in Gremsdorf. Ziel des Treffens war es, sich vor Ort ein aktuelles Bild über die Arbeit, die Herausforderungen und die anstehenden Entwicklungen in der Einrichtung zu verschaffen.

Gesprächspartner/-innen waren Geschäftsführerin Ute Häußer, Beate Drückler (Bereichsleiterin Wohnangebote und Förderstätte), Nadja Dölfel (1. Vorsitzende Werkstattrat und stellv. Frauenbeauftragte), Martina Jakolis (Sozialdienst und Vertrauensperson Werkstattrat) sowie Wolfgang Brömmel (1. Vorsitzender Beirat rechtlicher Vertreter).

Auch Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal, der zugleich Vorsitzender des Freundeskreises der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf ist, nahm an dem Austausch teil.

Ein Ort gelebter Inklusion und Teilhabe

Bereits im Jahr 1896 wurden in Gremsdorf von den Barmherzigen Brüdern die ersten Gebäude erworben und seither kontinuierlich als Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung genutzt. Heute bietet der Standort ein breites Angebot: Wohnformen für Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Behinderung, Förderstätten, Werkstätten, heilpädagogische Begleitung sowie individuelle Assistenzleistungen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Die Einrichtung gilt als ein wichtiger Arbeitgeber und soziales Zentrum der Region. Geschäftsführerin Ute Häußer schilderte der Fraktion eindrucksvoll, mit welchem Engagement das Team tagtäglich Inklusion und Selbstbestimmung fördert – trotz zunehmender administrativer und finanzieller Herausforderungen.

Finanzielle Rahmenbedingungen und Sicherung der Qualität

Im Gespräch wurde deutlich, dass die finanziellen Herausforderungen im Bezirk auch die Einrichtungen vor Ort spürbar betreffen. Geschäftsführerin Ute Häußer erläuterte, wie wichtig es sei, die vorhandenen Ressourcen klug einzusetzen, um die Qualität der Betreuung und die personelle Stabilität langfristig zu sichern. Auch wurde darauf hingewiesen, dass ein möglicher Abbau von Personal oder Strukturen die Arbeit vor Ort erschweren und die bisher erreichte hohe Qualität der Betreuung langfristig gefährden könnte.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Armin Kroder, betonte in diesem Zusammenhang erneut: „Auch in der Behindertenhilfe gilt: Mehr Hände am Menschen und weniger Hände am Schreibtisch. Wir brauchen einen echten Bürokratieabbau, damit Mitarbeitende wieder Zeit für das Wesentliche haben – den direkten Kontakt und die Begleitung der Menschen.“

Effiziente Sozialverwaltung und Dank an die Träger

Im weiteren Gespräch betonte Ute Häußer die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bezirk Mittelfranken. Diese sei stets lösungsorientiert und geprägt von gegenseitigem Respekt.

Fraktionsvorsitzender Walter Schnell, auch Mitglied im Sozial-Ausschusses des Bezirks, verdeutlichte: „Die Personalausgaben je leistungsberechtigter Person liegen in Mittelfranken im bayernweiten Vergleich eher niedrig. Die starken Kostensteigerungen sind vor allem auf die hohe Zahl an Leistungsberechtigten zurückzuführen – nicht auf ineffizientes Arbeiten.“

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Hans Henninger, würdigte die Arbeit der Einrichtung in Gremsdorf: „Unser Dank gilt allen Trägern, die sich mit Herzblut um Menschen mit Beeinträchtigung kümmern. Hier wird vorbildliche Arbeit geleistet – menschlich, professionell und mit einem hohen Anspruch an Qualität.“

Standards sichern – trotz Spardruck

Bezirksrat Marco Meier machte zudem deutlich, dass trotz der schwierigen Haushaltslage im Bezirk keine Abstriche bei der Versorgung und Betreuung gemacht werden dürfen: „Bürokratieabbau und die Verschlankung ineffizienter Strukturen – ja. Sparen an der Qualität – nein. Denn sie ist kein Luxus, sondern die Grundlage für Teilhabe und Würde.“

Die FW-Fraktion betonte abschließend, dass sie sich weiterhin im Bezirkstag Mittelfranken dafür einsetzen werde, regionale Einrichtungen zu stärken, Bürokratie abzubauen und die Arbeitsbedingungen in der Behindertenhilfe zu verbessern. Gleichzeitig bedankte sich die Fraktion ausdrücklich bei den Verantwortlichen und Mitarbeitenden in Gremsdorf, die mit großem Engagement und Leidenschaft täglich dazu beitragen, Menschen mit Beeinträchtigung ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu ermöglichen.

Anlage: Foto (Quelle FW Bezirkstagsfraktion)